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Italo Road Trip – DAY #8 (Florenz)

So. Die Zusammenfassung für heute wird ne leichte Nummer. Wir haben nämlich GAR NICHTS gemacht. Jawohl. Den ganzen Tag einfach mal NICHTS. Nada. Niente. Rien. Nani Mo. Nichts.

Aber lasst mich dieses NICHTS gern ein wenig aufschlüsseln.

Wir schliefen entspannt aus – ok, ich war wie immer um kurz nach 8:00 Uhr wach. Bisschen ätzend, aber offensichtlich nicht zu ändern…. Gammelten ne halbe Ewigkeit im Bett rum: Frühstücken, Lesen, Surfen, Schreiben… Also nimmt man es genau, hat nur Schrehn nichts gemacht. Ich hingegen habe mir die Finger blutig getippt um quasi jeden Schritt den wir hier machen niederzuschreiben. Aber gut, is ja meine freie Wahl (wie läuft es mit den Petitionen zu meiner Befreiung?).

Als Ausgleich für meine harte Arbeit wurde ich sogar bekocht. Is das nichts? Perfekte Pasta gab’s. Und natürlich eine viel zu große Portion. Genau so wie ich es liebe und auch immer selbst mache. Es gibt eben einfach nur “Hunger!” und “mir is schlecht”. Zustände dazwischen sind mir nicht wirklich bekannt. Euch?

Joah und so teilte mir mein Tracker gegen 14:00 Uhr freudigblinkend mit, das ich heute bereits ganze 81 Schritte gemacht hätte. Das is doch mal was, worauf man stolz sein kann. Einundachtzig Schritte. Und keiner von ihnen war grundlos oder verschwendet. Effizienz in Perfektion. Beim nächsten Chill-Tag bräuchte ich dann bitte ein paar Herren, die mich in einer Sänfte umhertragen könnten. Das wäre optimal. Ja. Freiwillige vor! Bewerbungen werden aaaaaaab JETZT entgegengenommen. <3

Gegen 15:00 Uhr rumpelte es dann im Flur und wir merkten, dass die Hostin da war. Zum saubermachen des Bads und auch um zu schauen, ob alles ok is. Wir hingegen saßen mucksmäuschen still im Zimmer… Und ich dachte mir nur, wenn ich jetz die Tür öffne – nachdem sie sich seit 15min alleine wehnt, kriegt die ihren Schreck des Lebens. Gnihihihi…. Und so war es dann auch. Hihihii… Ich musste halt auf Klo… Was sollte ich tun. Was muss, das muss.

Und so schlich ich mich extra leise aus dem Bett an die Tür um diese dann EXTRALAUT und EXTRASCHNELL aufzureissen. BWAHAHHAHA…. Sie stand da, kurz versteinert, Augen weit offen, Hand an der Brust. “Sry ich wollte dich nicht erschrecken! HIHIHI…” “Ach neeeeiiin hast du gar nicht (als ob). Aber ich bin hier grad noch nicht fertig. Isses ok, wenn du noch 2 min warten würdest?” “Klar, kein Problem…” – 2 Minuten… Wir wissen alle was das heißt… Ich ging zurück ins Zimmer und vertrödelte die nächsten 15min, bis ich endlich auf die Toilette konnte. Dafür war die dann aber auch blitzeblank und das Bad roch so angenehm nach Schwimmbad. #chlorisdasbeste

Anschließend unterhielt ich mich dann noch ne Runde mit ihr. So über alles mögliche. Sie bedankte sich auch nochmal für den Hinweis mit der Matratze. Sie war am selben Tag noch zu Ikea gefahren – mit dem Auto eines Freundes – um ne neue Matratze zu holen (Bestellen dauert dort iwie immer nen Monat, meinte sie), und ich war froh, das sie deswegen nicht sauer war, oder uns für Snobs hielt. “Nein nein, auf gar keinen Fall. Es war gut das ihr das gesagt habt, ich selbst hab ja noch nie in dem Bett geschlafen. Und es gibt ja nichts wichtigeres als gut zu schlafen! Also klar, für eine Nacht isses auch mal egal. Aber mehrere Tage hintereinander? Neeee. Ich fühlte mich deswegen auch ganz schlecht und bot deswegen die kostenlose Stornierung an… Mir war auf jeden Fall wichtig, das es euch gut geht.” Naaaaw…

Anschließend sprachen wir noch über AirBnB (das bei uns ja mittlerweile andere Auflagen bekommen hat. Also so wie hier geht das ja nicht mehr: 1 großes Appartement, 3 leere Zimmer und alle einzeln zu vermieten. Das hat ja den kompletten Wohnungsmarkt kaputt gemacht. Und auch hier werden sie das wohl bald anpassen. Denn auch Florenz wird nicht verschont und es ereilt sie das Schicksal wie in allen anderen Städten Europas: Hohe Nachfrage, ausländische Investoren, die den Markt leerkaufen um die Wohnungen dann ebensoleer stehen zu lassen, Locals die gezwungen werden an den Rand der Stadt zu ziehen, Kiezkultur die Stück für Stück kaputtgemacht wird. So traurig. Und auch sie selbst meinte, dass sie das so nicht mehr unterstützen wird. Normalerweise wohnte hier auch die ganze Zeit eine Freundin zur Miete, und man habe dann nur 1 oder 2 der anderen Zimmer als AirBnB genutzt. Und das wird sie ab Sommer auch wieder so fahren. Ihr Bruder zieht dann ein, und kann vermieten, was er will. Oder eben nicht. Man habe da ja auch eine Verantwortung der Stadt gegenüber. Und grad die Area wo wir jetzt waren, vor ein paar Jahren war da wohl noch nichts weiter. 5, 6 Bars. N Supermarkt. Normale Nachbarschaft. Aber das Viertel ist jetzt langsam im Kommen. Und es hat sich wohl sehr verändert. Sie selbst wohnt zb in einem Haus, in dem nur sie als einzige feste Mieterin gemeldet ist. Alle anderen Wohnungen sind ausschließlich von AirBnB-Nutzern belegt. Auch keine schöne Art zu leben. Keine Nachbarn die man kennt. Ständig andere Gesichter. Schon sehr anonym und einsam), das Verkaufen der Städte an (ausländische) Bonzen (oder äquivalent auch Schwaben), und den allgemeinen Wandel. Sie hatte vor 15 Jahren mal in Berlin gewohnt → F-Hain und quasi miterlebt wie sich so n Kiez dann auch ändern kann. Ihre Wohnung von damals könnte sie sich jetzt ganz sicher nicht mehr leisten. Schon traurig diese ganze Thematik. Und trauriger, dass die jeweilige Landesregierung nicht eingreift. Locals pusht und supportet, statt die Stadt Häppchenweise zu verticken. Kiez- und Kultursterben überall.

Naja. Sie musste dann los. Arbeiten. Wäre ja schon spät… Ööööh ja schon xD Aber ihr Chef räumt ihr da sehr flexible Arbeitszeiten ein. Arbeitsbeginn ~16:00 Uhr… Nenn ich aber schon echt SEHR flexibel xD

Nachdem sie weg war, kamen dann auch unsere neuen Aussiefreunde zurück. Vollkommen fertig. Sie hatten den Tag in den Uffizi verbracht. Been there, done that. xD Und sie beneideten uns ein wenig um unseren “LazyDay”. Während sie sich dann zum ausruhen ins Bett schmissen, zogen wir uns endlich an und liefen los. Ziel: Eisdiele. Frei nach dem Motto: “Some ice cream a day, keeps the doctor away”.

Vorher machten wir noch einen Abstecher in den DeluxeSupermarkt, um Schrehns “Kindersucht” zu befriedigen und 2 Packungen ihrer neuerrungenen “KinderCards”-Liebe zu erstehen. Damit sie diese mitnehmen können nach Berlin. Ja nein, in Napoli oder Rom nach denen zu gucken war keine Option. Die gibt es nämlich NUR und AUSSCHLIESSLICH in Florenz. Weiß man doch. Ferrero produziert nämlich nur für die. Jaaahaaa! (Dieser Absatz wird mir wieder Ärger einbringen. Ich fühle es…).

Naja…. Hm… Ich muss mir mal andere Füllworte ausdenken… Um neue Sätze anzufangen… Hmm… “Wie dem auch sei” – wir kauften die Cards und liefen dann die dröfhundert Kilometer zur Eisdiele. Gönnten uns 2 Eisbecher (die Damen hinter der Theke waren wie an den anderen Tagen auch äußerst charmant und nett – nicht) und genossen unser letztes Fiorentiner Gelato vor der wundervollsten Kulisse ever. Für mich gab es: PassionFruit + Zitrone. Für Schrehn Schokominz und das wundervollwolkigcremige Tiramisu-Mousse.

Wehmütig – vor allem weil ich keinen Platz mehr für mein geliebtes Schokomousse hatte – traten wir dann ne halbe Stunde später den Weg nach Hause bzw. Supermarkt an. Wir brauchten noch ein wenig Proviant für morgen… Nichts großartiges… Getränke, Tomaten für die geplanten Sandwiches und so Kinder-Puff-Fluff-Dinger.

Zum Abendbrot gab es Spaghetti geschwenkt in Olivenöl-Butter-Proscciuto und dazu den leckersten Tomate-Mozzarella-Basilikum-Salat der Welt. Die Tomaten hier sind einfach sooo gut. Haben uns eine Sorte rausgesucht, die es so bei uns glaube ich gar nicht gibt. Die sind ein wenig flaschenartig und relativ fest – perfekt für Salat. Und obwohl sie oft eher grün/orange sind, als knallerot, schmecken sie besser als jede noch so andere knallrote Tomate die man bei uns kaufen kann. PERFEKT.

Während ich am Kochen war kam übrigens Jeff in die Küche. Und meinte nur “Woooaah es riiiecht sooo gut was du da kochst!” und ich nur “Ähm, also bisher koche ich nur Wasser in dem Topf. Aber vielen Dank. Ich bin scheinbar ein Meister im Wasserkochen” xD Der arme Mann war scheinbar schon am verhungern ^^

Essen war ziemlich lecker – den Schinken hätte es für mich gar nicht gebraucht, tbh. Wir quatschten noch eine Weile mit den Aussies, und gingen dann in unser Zimmer.

Facts of the day:

Gelaufene Schritte: 5.025

Gemachte Kilometer: 3.5

Aus dem Fenster geschaut, gesehn das es immer noch regnet und sich drüber gefreut, das man nen lazy day macht: immer und immer wieder xD

Mit Federn geshowert worden (bitte fragt nicht): 3x

Für Schrehn die Klospülung betätigt, weil sie damit einfach nicht klar kam: sicher 3x heute

Frage wo die Schlüssel sind: unzählbar (mehrmals täglich tatsächlich)

Antwort an JEDEM Tag: “in der Tür”

2 Kommentar

  1. letztes foto – habt ihr dort gewohnt?

    schöner ausruhtag und dann seid och frisch für die nächste etappe

    freu mich wie immer auf die neuen berichte

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