meanwhile in...

Italo Road Trip – DAY #10 (Neapel)

Soooo frisch gestärkt von meinem Frühstück für Champions (Frühstückskekse mit Milch – ja das ist hier ne echte Kultur. Ich weiß, die meisten von euch kennen das nicht. Aber hier ist dass DAS Ding zum Frühstück. Nichts Spektakuläres, einfach Kekse – die extrem schnell weich werden, wenn man sie in Milch schmeisst und sich mit selbiger vollsaugen. Das Spektakuläre daran is allerdings, dass er hier ca. 10 Mio Sorten/Variationen von diesen Keksen gibt. Quasi für jeden Geschmack. Ob das gesund ist? Sicher nicht. Aber definitiv lecker!), starte ich den Tag dann mal damit, über den Gestrigen zu berichten.

Es stand alles im Zeichen der Eroberung von Neukölln, äh ich meine Neapel. Kennenlernen unserer neuen Hood und Heimat für die nächsten Tage. Also ab ins Gewühl mit uns.

Unsere erste Anlaufstelle war eine superalte und schöne Kirche (Cattedrale Di Santa Maria Assunta) hier direkt in der Nähe von uns – in die andere wollte Schrehn nicht rein, weil man da keine Fotos machen dürfte, weshalb sollte man sich die also ansehen, meinte sie. Hm. Ja, also, um es gesehn zu haben dachte ich mir… Aber na gut, nicht weiter wild. Kirche bleibt Kirche und eigentlich sind die hier fast alle wunderschön. Da macht es nichts, wenn man mal eine überspringt.

Kirchen sind einfach wirklich immer wieder n tolles Erlebnis. Vor allem wenn man sich bewusst macht, was dort von Menschenhand (ohne Gerätschaften und Hilfen der heutigen Welt) geschaffen wurde. Wahnsinn. Und dann natürlich noch diese Ruhe. Draußen ist der Teufel los, und kaum setzt man einen Schritt rein, andere Welt. Ruhig, kühl, und irgendwie ein wenig geborgen (Kirchen waren ja schon immer Schutzorte, und das fühlt man iwie). Wir verweilten ein wenig, bestaunten alles, setzten uns kurz, staunten nochmal und verließen dann die Kirche wieder.

Draußen knallte uns direkt die harte, grelle Sonne ins Gesicht – verstärkt durch den weißen Boden vor der Kirche natürlich. Erleuchtet beim Verlassen einer Kirche – passiert auch nicht Jedem xD

Und wir hatten auch den rechten Moment abgepasst, denn genau aaaaaab JETZT wurde die Kirche von Massen an Leuten + einer riesigen Schulgruppe geflutet. Yes. “Nach uns die Sintflut”, bekommt da direkt eine andere Bedeutung. Hihi.

Wir setzten unseren Weg fort. Immer bedacht nicht zu sehr nach Touristen auszusehen (das is nämlich der ultimative Tipp vom “lonley planet” Reiseführer gewesen. Aha!), und mischten uns unter das Volk (Touristen. Ich mein, welcher Local treibt sich bitte um die Uhrzeit hier rum? Kids + Studenten sind in der Schule / Uni, die Anderen auf der Arbeit ^^), liefen panisch durch die “Nuttenstraße”, wie ich sie nannte… Eigentlich war die gar nichts, aber dadurch, dass diese Nebenstraße extrem klein, leer und nur durch ein paar (leichte?) Mädels dekoriert war, hatte sie iwie nen bedrohlichen Charakter. Jedenfalls für mich. Schrehn sah das anders und verstand nicht, wieso ich lieber in ne belebtere Straße wechseln wollte. Alles Kopfsache, ich weiß.

Aber zum Glück taten wir dies, und landeten so in der “Straße der Leckereien”: Links und rechts – zu beiden Seiten also – waren wir umschlungen von italienischen Spezialitäten bzw. Schweinereien. Und zufällig standen wir auch direkt vor einer Empfehlung meiner Cousine (die ebenfalls unser Host genannt hatte – kann also nur gut sein), und zwar bei Matteo. Hier sollte ich mir eine “Frittatina” mitnehmen, meinte sie. Was das genau ist, hatte sie mir nicht gesagt. Ok.

Der kleine Laden war supervoll – also die Leute standen in einer kleinen Gruppe auf der Straße, weil nen wirklichen Laden gab es da nicht so richtig. Gut. Ich also hin, eine Frittatina und eine kleine Pizza für die Dame. Auf die Hand natürlich. Machte 3€. Geil.

So. Schnell noch ein Foto machen und dann HAPPS. Lecker. Die Pizza frisch und genau richtig labbrig. Nom. Und die Frittatina: Also ich würde sagen, das sind gekochte Nudeln, gemischt mit Käse (muss ja iwie halten), zum Bällchen gerollt, gefüllt mit Bolognese, paniert und dann frittiert. Bisschen geil. Fett- und Kalorienbombe, aber kann ich schon empfehlen. Macht auch gut satt xD

Wir liefen die “Straße der Leckereien” (Ja der Name ist von mir. Nein, den findet man so nicht im Reiseführer, behaupte ich einfach mal) weiter, holten einen “caffee del nonno” für Schrehn, einen Glücksbringer für unsere Tasche (direkt weniger touristisch unterwegs xD) und dann noch einen Baba. Baba ist ein Gebäck. Quasi so das neapolitanische Pendant zu nem berliner Pfannkuchen? Also Signature dish quasi. Ein fluffiger Teig, der nach dem Backen in Rum ertränkt wird. Gibt es offensichtlich in vielen Variationen, unsere gewählte hatte als Topping eine leckere Ricottacreme mit Schokotropfen. 2€ das Teilchen und es gab nochmal ne große Ladung Rum obendrauf – gut das wir vorher was gegessen hatten ^^

Erster Happs. Also würde man in ne Wolke beißen. Rum war LEICHT zu schmecken, unterschwellig, kaum erahnbar… xD Und die Creme, lecker wie immer. Das können die Jungs und Mädels hier einfach.

Wir zogen weiter, rubbelten kurz die Nase der Hexe (keine Ahnung, wer oder was sie war, aber die Nase war so GOLDEN und SHINY, dass das einfach nur heißen kann: rubbel mich, ich bringe Glück)

Crossten eine weitere Empfehlung meiner Cousine. Allerdings standen da NOCH MEHR Leute vor (Wahnsinn!), und wir waren immer noch ziemlich satt von Matteo und dem anschließenden Dessert. Wir mussten also passen, bewunderten noch kurz das Chaos und zogen weiter.

Es wurde immer voller und wir fragten uns, wieso eigentlich? Aber dann fiel uns auf: Pfingstwochenende… Ja. Geiles Timing. Um uns rum alles voller Schüler- und Reisegruppen.

Aber wir kämpften uns da durch, bewunderten weiterhin die alten Gebäude in den chaotischen kleinen Straßen und standen dann schon in der nächsten alten Kirche – Chiesa di Gesù Nuovo. Ja, mir kommt das auch komisch vor. In Berlin gehn wir nie in iwelche Kirchen rein. Warum eigentlich nicht? Ja gut, die hier in Italien sind schon ziemlich krass pompös und so (also von Innen. Von Außen meist recht unauffällig), aber dennoch…. Macht man iwie nicht.

Diese hier war nochmal ne Nummer krasser, als die vorherige. Und ich konnte von einem Guide hören wie sie erzählte, das im WW2 tatsächlich eine Bombe mitten in die Kirche gefallen ist, aber nicht explodierte. Was für ein Glück. So konnte alles erhalten werden. Wunderschön. Und die Kirche wurde offiziell als “sicher” deklariert. xD

Die gothische Kirche “nebenan” hatte damals leider nicht so viel Glück gehabt und wurde ziemlich zerstört. Wirklich schade. Aber in die konnten wir auch nicht rein, weil man Eintritt zahlen musste. Also was heißt “konnten”… Wollten.

In dieser hier zündete ich noch eine Kerze an – für alle unsere Liebsten die nicht mehr bei uns sind, spendete eine Kleinigkeit und beträufelte uns Beide ne Runde mit Weihwasser. Kann ja nicht schaden.

Wir wanderten weiter, Schrehn bekam ihr Eis des Tages, wanderten, wanderten, wanderten, vorbei am Castel Nuovo.

Und gerieten in eine RIESENDEMO (alles Schwarze, oder Afro-Afrikaner wie Schrehn sie nannte, auf der Suche nach dem politischen korrekten Begriff. Afro-Amerikaner ist sicher in dem Fall auch falsch, sind ja keinen Amerikaner. Puh. Man will ja auch Niemandem auf die Füße treten, als dummer Weißer, aber ich fand Afro-Afrikaner einfach niedlich, und hoffe einfach, es wird sich keiner dran stören. Falls doch: Tut mir wirklich Leid. Google sagt übrigens folgendes: “Die politisch korrekte Ausdrucksweise für schwarze Menschen wäre: Schwarze Menschen.” – Dann bleiben wir doch einfach dabei.), die sich scheinbar zur finalen Kundgebung am Piazza del Plebiscito zusammenfand und laut Party machte. Ganz gute Mukke, wie ich fand. Gute Laune auf jeden Fall, obwohl sie ja sicher für nen ernsten Grund auf die Straße gegangen sind. (Mittlerweile wussten wir dann auch, was der ganze Lärm, das Trommeln und Pfeifen heute früh war, das uns geweckt hatte… Der Start der Demo scheinbar.)

Wir liefen weiter Richtung Wasser, in der Hoffnung auf ne Schöne View und wurden nicht enttäuscht. Ans Wasser direkt konnten wir nicht, direkt so an der Stadt gab es hier jetzt keinen Strand oder so. Nur große Steine und kleine “Häfen”, sag ich mal. Dennoch schön. Mit Blick auf den Vesuv.

Wir genossen kurz die Aussicht und die Sonne – also gut, ich genoss sie, Schrehn is nicht so der Sonnenmensch (wir fanden leider kein wirkliches Schattenplätzchen) und traten dann die Heimreise an – wir mussten ja noch was für’s Abendessen einkaufen gehn.

Und so setzten wir uns an die nächste Bushaltestelle – ebenfalls in der prallen Sonne – sahen den Demonstranten beim Nachhause gehen zu – was für Massen ey – und warteten auf den Bus. Der eigentlich in 10 Minuten kommen sollte. Und warteten…. Was ja auch klar war, die Demo hatte den Verkehr ja ziemlich durcheinandergebracht. Aber irgendwann kam der dann auch mal. Jippiieee… Und wir quetschten uns rein. Ticket hatten wir diesmal nicht – der Automat an der Bushaltestelle ging mal wieder nicht (ok, aber mir fiel die Thematik auch erst ein, als der Bus ankam. Ich drückte n paar Knöpfe aber es tat sich nichts. Also der Wille war da. Jedenfalls ansatzweise xD). Wir spielten also auf Glück und fuhren ticketfrei.

Der Bus war natürlich übervoll… Also selbst wenn wir es gewollt hätten: Gab keine Chance zum Fahrer zu kommen und da n Ticket zu kaufen. Der hätte uns wahrscheinlich eh nen Vogel gezeigt. xD

So standen wir dort. Gequetscht. Und bei jeder neuen Station quetschten sich weitere Leute in den Bus. Hach. Na wenigstens konnten wir so nicht umkippen – die Fahrweise der ital. Busfahrer lässt nämlich ziemlich zu wünschen übrig. Aber gut, bei dem Verkehr hier auch nicht überraschend.

Irgendwann zog die Frau gegenüber vor mir ein Ticket raus, und bedeutete dem Mann neben mit Hilfe einer Geste, dass ein Kontrolleur im Bus sei. Ja, diese Geste gibt es. xD Allerdings war es weiterhin zu voll… Sie konnte nicht abstempeln, obwohl sie mit am nächsten am Automaten stand. Naja. Wir mussten eh die Station raus und waren darüber dann auch recht froh.

Zufällig landeten wir genau vor dem nächsten Eat-Hot-Spot (die Pizzeria von Michele). Den kennt sicher Jeder, der schon mal was über Pizza oder Neapel gesehn hat. Kleiner, unscheinbarer Laden, in dem es aber angeblich die beste Pizza der Welt geben soll. Im Angebot: Marinara und Margherita – That’s it. Und die Leute standen im großen Pulk davor. Nicht so groß wie gestern, aber da war es auch schon später. Jetzt war es ~17:00 Uhr, der Laden übervoll und draußen wie gesagt der Pulk.

Wenn man also eine Pizza haben möchte, läuft das wie folgt: Man kämpft sich durch den Pulk, entschuldigt sich 10x mit “darf ich mal bitte vorbei”, landet dann bei einem großen Mann mit Brille, Notizzettel und Nummernblock, sagt diesem zu wievielt man is (nur zu Zweit), bekommt dann eine Nummer (63) und muss sich dann wieder durch die anderen Wartenden zurückkämpfen.

Als ich bei Schrehn ankam, rief er grad Nummer 42 aus. Puh. Joah. Wir beschlossen also, erstmal unsere Einkäufe zu machen um dann beim wiederkommen nochmal die Nummer zu checken.

Gesagt getan. Gab auch ne Runde Obst vom Stand nebenan (Erdbeeren, Melone, Pfirsiche und eine Aprikose für den Weg. Saftig as hell. GEIL! Ich kenne die sonst immer nur in trocken…)

Als wir dann wieder vor Michele standen, war der Pulk kaum kleiner und wir hatten eigentlich keine Lust groß zu warten. Ich meine, drinnen war es jetzt auch nicht so megabombe. Halt sehr schlicht. Große Tische, Plastikstühle… Das einzig coole natürlich der Pizzaofen. Der im Minutentakt mit neuer Pizza gefüttert wurde.

Clever wie ich also bin, ging ich nochmal zu dem großen, grauen Mann mit der Brille, fragte wie das sei, wenn man sich ne Pizza zum Mitnehmen bestellen wolle und wurde direkt durchgewunken. Kurz bei der Lady an der Kasse bestellen, bezahlen (5€) und dann mit dem Bon zum netten Pizzabäcker gehen. Easy. Keine 3 Minuten später wurde mir die heiße Pizza (inkl. nettem Zwinkern) vom Pizzabäcker übergeben und kurz darauf stand ich dann auch schon wieder bei Schrehn auf der Straße. Dass das nicht alles so machen, kann ich ja nicht verstehen. Aber wahrscheinlich ist es vielen total wichtig auf einem dieser Plastikstühle gesessen zu haben. Achselzuck.

Wir gingen also nach Hause, erklommen die 20 Etagen, machten uns über die Pizza her (schon echt ziemlich lecker), duschten und fielen kaputt auf’s Bett.

Facts of the day:

Gemachte Schritte: 13.444

Gelaufene Kilometer: 7.6

Gegessene Schweinereien: 4 (Schrehn + 1)

Gekaufte Souvenirs: 2

Gekaufte Postkarten: 0 (es gibt einfach echt keine Schönen)

Sich bei Tourigruppen reingeschlichen um 1, 2 Infos mitzunehmen: ~5-6 mal

Auf den Bus gewartet: unendlich lange

Sich dabei wie ein Tier im Zoo gefühlt, weil man gefühlt von jedem Demonstranten angestarrt wurde: check

2 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert