Italo Road Trip – DAY #1 (Mailand)
Herzlich willkommen Fremder, wer immer du auch bist: Schön das du da bist, schau dich ruhig ein wenig um und bleib ein bisschen. Darf ich dir was anbieten? Vielleicht einen Tee, oder etwas Gebäck? Ja? Sehr gern…. (an dieser Stelle müsstest du kurz in deine Küche gehn und dir entsprechend gewünschten Snack und/oder Getränk holen. Kein Hektik, ich warte hier solange).
So. Ohne langes Blabla und weitere Umschweife: Italien. 2018. Mai. Tag #1. Etappe nummero uno: Mailand – oder wie wir Italiener sagen MILANOOOO…
Da unser Flug bereits um 7:00 Uhr gehen sollte – Alter ohne Witz, aber wenn ihr es vermeiden könnt, dann bucht keinen Flug um diese Uhrzeit. Es sei denn, ihr wohnt direkt IM Flughafen. Wir tun das nicht und durften somit bereits um 3:30 Uhr das erste mal den Wecker wegdrücken xD
Fertig machen, finale Katzenverabschiedung und los zum Bus… Der kam so gegen 4:30 Uhr? Oder so. Es war noch zu früh um sich solch unwichtige Details zu merken. Er kam jedenfalls im Dunkeln und das sagt ja bereits alles, neech?
Schlaftrunken, aber für die Uhrzeit überraschend fit, wankten wir also in den Bus, und nahmen uns den besten Platz. Um diese Tageszeit hat man tatsächlich FREIE AUSWAHL. Wuuhhuuuiiiiiii… Halbe Stunde fahren, umsteigen, umsteigen, aussteigen, da. Und das auch noch super “in time”.
Dieser zeitliche Bonus sollte allerdings direkt am Flughafen wieder zunichte gemacht werden. Im richtigen Terminal angekommen, sahen wir eine Schlange von mindestens Drölfmillionen Menschen… Geijel. Das macht richtig Laune. Vor allem so um 5:20 Uhr.
Gestunken hat es da auch noch. Ich möchte es nicht weiter ausführen, aber Faule-Eier-Stinkbombe, wäre noch ein Kompliment gewesen [an dieser Stelle verlor sich Schrehn beim gegenlesen übrigens komplett. Wieso? Keine Ahnung, sie meinte, sie hätte gar nichts gerochen. Aber ernsthaft? Man hätte TOT sein müssen, um es NICHT zu riechen. Die Leute kamen in den Terminal rein, verzogen das Gesicht und ihre Lippen formten ein unisones “Alter stinkt das hier”. Aber gut, Schrehn war wohl einfach lucky, oder temporär tot. Das wird nie aufzuklären sein].
Daaaaas macht Laune. Stinke Luft, längste Schlange der Welt und ein Flug, der in knapp 1.5h gehen sollte. Joah… Anstellen. Und immerhin hatten wir – im Gegensatz zu der anderen Schlange – das unfassbare Glück, das an unseren Schaltern Leute saßen und “arbeiteten”. Gut, es waren nur 2 von 5 / 6 besetzt, aber das is bei der Anzahl von Leuten die gerne ihren Flug bekommen möchten natürlich absolutes Jammern auf hohem Niveau xD
Nunja. Wir standen also und standen und standen… Die Schlange rückte nur im Schneckentempo vor. Nerv. Und noch nerviger war der Fakt, dass diese Schlange einfach dermaßen lang war, weil die Leute die in ihr standen zu grob 50% (wenn nicht sogar mehr) NICHT in der Lage waren, ihre E-Mails anständig zu lesen.
Unsere Deluxe-Airline (dessen-Namen-man-nicht-aussprechen-darf) hat seit Anfang des Jahres die Gepäckregelungen geändert: Von nun an darf man auch wirklich nur noch ein winziges Handgepäck mit an Bord nehmen – was ich angesichts der hart übertriebenen Trollies mancher Fluggäste absolut nachvollziehbar finde. Das restliche Handgepäck darf dann nicht mit in die Kabine, aber in den Bauch des Fliegers. Laut Airline-Mail, würde dies dann automatisch (und sogar kostenfrei) beim boarden des Fliegers geschehen. Unnötig also sich bei der GEPÄCKAUFGABE anzustellen!
Leider haben die meisten Leute das scheinbar nicht gelesen und blockierten somit unnötig die Schlange der Leute, die tatsächlich AUFGABEGEPÄCK dabei hatten… Ehrlich ey. Noch geiler waren dann nur noch DIE Leute, die TROTZ der Hinweise der AIRLINE-MITARBEITER lieber weiterhin in der Schlange stehen blieben, statt diesen ihr “Sie können ihr Handgepäck ruhig mitnehmen, es muss hier nicht eingecheckt werden” zu glauben und schon mal zur Sicherheitskontrolle zu gehn. DOPPELNERV!
Na wie dem auch sei… Nach unendlichewigen Minuten standen wir immer noch mitten drin im Getümmel und unser Flug sollte in nicht mal 50 min. gehn. No Chance. Wir hatten ja noch unendlichviele Leute vor uns, und mussten anschließend ja noch durch die Sicherheitskontrolle…
Todesmutig begab ich mich also zum “Priority Check-In”-Schalter, wo eine Dame bereits seit gefühlten Stunden ein Pärchen aus China abfertigte. Nach dem die dann endlich fertig waren, schilderte ich ihr unsere Situation und das wir den Flug verpassen würden. Sie fragte das Ziel ab und schlug dann quasi verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen “Warum waren sie denn nicht LÄNGST hier!!! ich hab doch schon 15x gesagt, das entsprechende Passagiere bitte nach vorne kommen sollten” – Nun, well… Ansagen schön und gut – abgesehn davon das nur zwei gemacht wurden – hat die nur leider Niemand verstanden. Einerseits weil die Umgebungsgeräusche einfach zu laut waren (bei der Masse an Menschen kein Wunder) und zudem hat die Dame auch ziemlich genuschelt. Alles was man verstanden hatte war “Passagiere der ..sfnsndvsv vosgjspbfr… der Airline lalablabla… mit den Zielen adjv padvjo sdovjs pshf sifhbifhbfihbibhhh bitte kommen Sie direkt vor”. Tjoah.
Naja. Wir waren ja nun da und wurden auch in 2 min abgefertigt. Sie führte einen ERNEUTE Durchsage durch, auf die allerdings wieder Niemand reagierte – und das wo wir wussten, das in unserer Line noch andere unser Ziel hatten – aber gut, nicht unser Bier. Sie wollte ja eh nochmal nen Kollegen ans Ende der Schlange schicken um gegenzuchecken, ob ihre Ansage verständlich seien oder nicht. Gut.
Wir waren durch und standen längst bei der Sicherheitskontrolle, als sie eine erneute Ansage tätigte, diesmal mit lauterem Mikro – scheinbar hatte der Kollege entsprechendes Feedback gegeben. Daumen hoch!
Securitycheck ging tatsächlich superschnell. Lob an das Personal. Obwohl ich schon wieder rausgezogen und von Hand abgescannt werden musste – ungelogen das dritte mal in Folge. Ich glaube ja, das liegt an meinem BH. Bevor ich diesen besaß wurde ich quasi nie nachbearbeitet. Wahrscheinlich ist da Plutonium oder Kryptonid oder sonst was drin verarbeitet. Ich ging sogar mit der Kollegin vor Ort alles gemeinsam durch, wir konnten uns das verlässliche Ausschlagen der Technik aber Beide nicht erklären. Naja, Hauptsache wir hatten alle unseren Spaß. Safety first, right?
Kurzes Abhetzen zum äh Gate, natürlich komplett am anderen Ende des Flughafens – wer billig fliegt muss eben leiden – und auch da landeten wir in einer überlaaaangen Schlange xD Wir trafen sogar eine Damen wieder, die wir auch schon in der U-Bahn gesehn hatten. Dort noch ein wenig etepetete und überadrett gekleidet, nun mit rosigen Wangen, blazerlos und wirrem Haar. Die Gute sah ziemlich gehetzt aus (hatte sie bei meinem Weg auf die Toilette auch in verschiedene Richtung rennen sehen, hihihi. Lesen scheint auch hier nicht die Stärke gewesen zu sein…).
Endlich drin im Flieger saß dann natürlich noch Jemand auf unserem Platz. “Ach AUCH Reihe 29 gebucht? Sitz A?” “Nein, wir haben 28 A, da sitzt du aber drauf” “Oh, das is nicht Reihe 29?” – Sherlock Holmes-mäßig erkannte ich auch hier wieder den roten Faden… Aber gut, wer will um die Uhrzeit kleinlich sein. Der Herr beendete sein Telefonat netterweise umgehend und zog auf seinen richtigen Platz. Jippie.
Widererwartend schafften es tatsächlich doch noch alle an Board (sogar die altabgerockte Nena für Arme, die mit ihrem Handgepäck (!) vor uns in der Reihe stand, aber dann weit nach uns abgefertigt worden sein muss) und der Flieger schloss sogar pünktlich seine Türen. Die Crew – “übermotiviert” (wer kann es Ihnen bei dieser Uhrzeit verdenken) – spielte ihr übliches Programm ab – der zweite Stewart kam erst kurz nach Beginn dazu, holte dann aber lustlos in wenigen Sekunden alles auf – super erklärend, nicht xD
Naja und dann das übliche. Starten, schwereloser Moment, Drehung, steigen, steigen, über den Wolken… Fliegen, fliegen, fliegen, oh Alpen, oh guck wie schön, Wolken, Berge, Berge mit Wolken, Berge mit Schnee UND Wolken, etc pp – ich denke ich habe das Bild deutlich zeichnen können.

Der Flughafen kam in Sicht, der Captain bereitete seine Crew in mehreren 5 min – Ansagen auf die Landung vor (kam mir schon spanisch vor), und setzte dann mit einem riesen RUMMS!!! auf dem Rollfeld auf. Wow. Kein Wunder das er seine Leute gebeten hatte sich anzuschnallen. Heute durfte wohl mal der Prakti landen xD Anschließende Üüüüberbremsung des Todes natürlich ^^
Naja. Ja. Dann wieder der übliche Kram. Ansage man solle doch bitte noch angeschnallt und sitzen bleiben – da hatte sich die Hälfte der Leute schon abgeschnallt… Und es sprangen auch alle direkt auf, als das Flugzeug dann stand. Mutig, wenn ich bedenke wie der Pilot gelandet ist. Ich hätte ihm ein kurzen Endspurtsprint glatt zugetraut. Aber naja, die Leute leben halt gern am Limit. Der absolute Kick. Schneller raus waren sie dadurch nicht, aber eeeeegal. Hauptsache man war der Erste der stand und sein Handgepäck aus dem Fach genommen hat. Beim Verlassen des Fliegers, kam dann auch schon das erste Italofeeling auf: Die Jungs der Crew standen gemeinsam am Ausgang und hatten alle ihre Handys im Gesicht. “Ciao” – ohne aufblicken. Hach. Bella Italia! <3
Das Wetter machte ebenso einen super ersten Eindruck: Grau in grau und wolkenverhangen. Lovely.
Bus Richtung Centro direkt gefunden, nette Jungs gewesen, sogar ganz OHNE Handy im Gesicht. 5€ pro Nase – äußerst fair, wenn man bedenkt, das die Fahrt quasi ne Stunde dauert. Der Bus verfügte sogar über WiFI – ahahahhahaha… Anderes Thema.
DIe Stunde verging wie im Fluge, unter anderem auch, weil die Gesprächsthemen der Damen hinter uns, und auch die Landschaft super waren. NICHT. Ich erspare allen die Details (werden aber auf Anfrage aber gern noch nachgereicht).
Nach ziemlich genau einer Stunde standen wir dann auch endlich am Hauptbahnhof – ich nahm mit den Rat meines Vaters zu Herzen, und checkte ca. alle 20 Sekunden, ob alles noch da is: Arschtasche links – Fahrkarten und Ausweis – check. Hosentasche vorne links: Geld – check. Hosentasche vorne rechts: Handy – check. Und das wiederholte sich dann im besagten Rhythmus. Und ich glaube übrigens, einen Rekord gebrochen zu haben. denn nach nicht mal 30 Sekunden vor Ort wurde ich von einer arroganten Ziege aus unserem Bus ange-ttzzzzttt, weil ich es wagte mit dem Koffer auf dem Bürgersteig, statt in der Pfütze auf der Straße zu stehen. Sie kassierte dafür nen Finger. Natürlich erst nachdem sie an mir vorbei war. Die sah russisch aus. Nicht zu spaßen… und ich wollte ja keinen weiteren Rekord (oder Finger) brechen xD
Erster Stopp: Bar. Brioche al Pistacchio gekauft. → Quasi ein Croissant mit Pistaziencremefüllung. Nom!

Weiter ging’s zur Metrostation. Kurzes Rätselraten am Fahrscheinautomat und dann todesmutig einfach das günstigste Ticket gezogen. Wird schon passen. Runter auf den Bahnsteig und tatsächlich die richtige Bahn erwischt. Jippiie. Umsteigen auf dem nächsten Bahnhof. Shit Kontrolleure. Herzklopfen. Augenkontakt vermeiden. Durchgekommen. Nice.
4 Stationen und Wunschhaltestelle erreicht. Irgendwas mit “Angeli”… Bei den Engeln also. Über der Erde sah es wenig engelig aus. Ziemlich trist. Alles grau in grau und ja, iwie nichts weiter da. Und wir mussten noch mind. 3h rumbringen, eh wir in unserer Unterkunft einchecken könnten…
Long story short: Wir tingelten rum, kauften im Supermarkt ein Foccacia für den kleinen Snack zwischendurch, suchten nach einer Bank, gab keine, suchten weiter, erspähten einen Grünfläche, die aber keine war, sondern nur einen MIttelinsel, auch keine Bänke, saßen dann kurz am Bus – geile Abgase – und landeten final in einer chinesisch geführten Bar-Tabakwaren-Bistro-Spielcasino-Lokalität…
Was sollten wir tun? Wetter war grau, wir schlapp und Bänke gibt es hier scheinbar aus Prinzip nicht. Wir setzen uns rein, bestellten 2 Latte Macchiatos, beobachteten die Taube die nen kleinen Ausflug in das “Café” machte – witziges Intermezzo – und das weitere Klientel. Zocker und Bauarbeiter (manche sicher auch Beides), die sich ihre frisch gemachten Panini schmecken ließen (die sahen echt gut aus. Also, die Panini, nicht die Typen… ) – nach ca. ner halben Stunde kam dann die freudige Info, das unser Host doch schon zu Hause sei und wir gerne direkt einchecken dürften. Nice. Also direkt los gestiefelt. Und schon an der nächsten Ecke festgestellt, das diese Straße direkt ein einladeneres Bild gab. Hell, freundlich, viele kleine Cafés / Bistros. Tja… Steckt man nicht drin, wa.
Unterkunft gefunden, Edoardo kennengelernt – netter Typ aber einer der “sprich mich bitte nicht an” – Fraktion (gemeiner Vergleich, aber kennt ihr die Käfer die da sind und sofort das Weite suchen, sobald Jemand das Licht anschaltet? Same.). Das Zimmer ist ganz gut. Klein aber ausreichend.
Kurze Pause. Ich setzte mich draußen in die Sonne und versuchte zu skizzieren – stattdessen schloss ich kurzer Hand Freundschaft mit einer Nonna, die mir etwas über die wilden Pilze im Hof erzählte (Achtung giftig! Also sicher könnte man die essen, wäre aber abzuraten von)… Nette Dame. Schrehn schnarchte derweil ne Runde.
Gegen 15:00 Uhr gingen wir dann auf Erkundungstour. Erstes Eis für Ceren – 2.50€, erste Pizzetta für mich – 40 Cent. Ein Trend ist klar erkennbar.

Wir scheinen hier im asiatischen Viertel gelandet zu sein, denn allein in unserer direkten Nachbarschaft gibt es sicher so 3 – 4 asiatische Restaurants. “Mamma Sushi” gefiel mir vom Namen her besonders gut xD
Dann gingen wir kurz einkaufen. Abendessen: Kürbis_Gnocchi in Butter-Salbei geschwenkt + Tomate-Burrata-Salat. YUM! Erst in den Billigsupermarkt (auch hier flog wieder einen Taube durch’s Etablissement – scheint hier n Ding zu sein) und dann für frisches Brot und andere Specials in den etwas größeren Teureren.


Ja. Und nun sitze ich hier und schreibe viiiiel zu viel, obwohl noch gar nichts weiter erlebt wurde. Gleich gehen wir noch lecker kochen und dann wahrscheinlich auch bald schlafen. Also “bald”. Is jetzt kurz nach 19:00 Uhr… Kochen, Essen, Abwaschen… Und das vorherige Aufraffen dazu nicht vergessen… Sollte also nicht vor 22:00 Uhr soweit sein ^^
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Facts of the day:
Gemachte Schritte: 11.166
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Zurückgelegte Kilometer: 7.4
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Hinweise von Ceren das der Weichspüler so toll riecht, soooo toll wie in Barcelona: ~3 and counting
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Enttäuschung darüber, das es hier scheinbar keine anderen, tollen KINDER-Produkte gibt als bei uns im schnöden Deutschland: 2
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Diskussion darüber, dass Araber ja auch Asiaten sind: 1
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Sich drauf geeinigt, dass man mit “Asiaten” in der Regel Südostasiaten meint: 1
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Festgestellt das ich ein Klugscheißer4life bin und einen neuen Hashtag kreiert: 1
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Flaschen die seit unserer Ankunft lautklirrend im Hiinterhof entsorgt wurden: 130 Mio.
.Love, Bella <3






ich hab tränen gelacht, bitte weiter so 🙂